Die Eroberung von Plassans - Personen

Die Eroberung von Plassans - Personen
Die Familie Mouret und ihr Umfeld
Desirée MouretTochter, 14 Jahre
Die 14-jĂ€hrige Tochter der Mourets. Sie ist geistig zurĂŒckgeblieben, aber krĂ€ftig entwickelt und verhĂ€lt sich wie ein kleines Kind. Sie liebt Tiere und ist sehr unbekĂŒmmert. Wird von Martha verstoßen und von Mouret zu ihrer Amme gebracht.
Martha Mouretgeb. Rougon, Mutter
Die Mutter, eine ruhige, hÀusliche Frau, die zu Beginn noch mit ihrer Tochter im Garten sitzt. Sie ist die Cousine und Ehefrau von François Mouret. Unter dem Einfluss des Abbé Faujas verfÀllt sie in einen religiösen Wahn, verrÀt ihren Mann und stirbt am Ende im Haus ihrer Mutter.
Octave MouretÄltester Sohn, 17–18 Jahre
Der Àlteste Sohn, etwa 17 oder 18 Jahre alt. Er wird als attraktiv, aber etwas verantwortungslos und als Frauenheld beschrieben. Mouret schickt ihn nach Marseille in eine kaufmÀnnische Lehre.
Serge MouretZweiter Sohn, 17 Jahre
Der zweite Sohn, etwa 17 Jahre alt. Er ist ernster, zurĂŒckgezogener und frommer als sein Bruder. Unter dem Einfluss des AbbĂ©s entscheidet er sich fĂŒr den Priesterberuf und wird am Sterbebett seiner Mutter aus dem Seminar geholt.
François MouretVater und Ehemann
Der Vater und Ehemann von Martha. Er kommt spĂ€ter am Abend nach Hause. Er wird als ein Mann mit schwachem Charakter beschrieben, der aber von seinem friedlichen Leben ĂŒberzeugt ist. Im Verlauf des Romans verliert er sein Haus und seine Familie an den AbbĂ©, wird als wahnsinnig verleumdet, in die Irrenanstalt Tulettes eingeliefert und kommt bei der Brandstiftung seines Hauses um.
Die alte RosaKöchin
Die langjĂ€hrige, etwas mĂŒrrische Köchin der Familie Mouret, die den Haushalt fĂŒhrt. Sie wendet sich spĂ€ter den Faujas zu, demĂŒtigt Mouret und verbreitet die GerĂŒchte ĂŒber seine angebliche GewalttĂ€tigkeit.
Die neuen Untermieter
Abbé Ovide FaujasDer Eroberer
Ein großer, krĂ€ftiger Priester mit strengem Gesicht. Er und seine Mutter ziehen als Untermieter bei den Mourets ein. Er gibt sich anfangs bescheiden und zurĂŒckgezogen, entpuppt sich jedoch als der eigentliche "Eroberer" des Titels – ein skrupelloser Intrigant, der im Auftrag des Bonapartismus die Stadt fĂŒr sich gewinnen will. Er wird Pfarrer von Saint-Saturnin, Herr von Plassans und kommt im Brand des Hauses Mouret um.
Madame FaujasDie Mutter
Die alte Mutter des AbbĂ©s. Sie ist eine robuste, schweigsame und sehr entschlossene BĂ€uerin, die ihren Sohn mit eiserner Konsequenz unterstĂŒtzt und die Übernahme des Hauses Mouret betreibt. Sie kommt gemeinsam mit ihrem Sohn und den Trouches im Hausbrand um.
Die Verwandten und die Gesellschaft von Plassans
Félicité RougonMarthas Mutter
Marthas Mutter. Sie wird als ehrgeizige und berechnende alte Dame beschrieben, die in der Stadt einen einflussreichen Salon fĂŒhrt und von Anfang an ein geheimnisvolles Interesse an AbbĂ© Faujas zeigt. Sie unterstĂŒtzt ihn heimlich und schmiedet politische Allianzen. Als Faujas sie nicht mehr braucht, wendet sie sich von ihm ab und freut sich ĂŒber seinen Tod.
Onkel MacquartZwielichtiger Verwandter
Ein zwielichtiger Verwandter der Rougons, der in Tulettes lebt und ein gespanntes VerhĂ€ltnis zu FĂ©licitĂ© hat. Er warnt Mouret mit den Worten: "Kutten bringen kein GlĂŒck ins Haus!" SpĂ€ter lĂ€sst er Mouret im Auftrag des AbbĂ© Fenil aus der Irrenanstalt entkommen.
AbbĂ© BourretteGutmĂŒtiger Priester
Ein gutmĂŒtiger, naiver und etwas einfĂ€ltiger Priester, der ein Freund der Familie ist und als erste Kontaktperson fĂŒr den AbbĂ© Faujas dient. Er wird spĂ€ter von Faujas verdrĂ€ngt und bricht darĂŒber zusammen. Am Ende weint er vor dem brennenden Haus.
Herr RastoilPrÀsident der Legitimisten
Der wohlhabende und einflussreiche Nachbar der Mourets. Er ist PrÀsident und Vertreter der legitimistischen (königstreuen) Gesellschaft von Plassans. Anfangs dem Abbé feindselig gesinnt, wird er spÀter von diesem versöhnt.
Die FrÀulein RastoilAngeline & Aurelie
Die erwachsenen Töchter von Herrn Rastoil. Sie spielen bei der Ballspiel-Partie eine Rolle, die zur Versöhnung der feindlichen Lager fĂŒhrt. Aurelia beobachtet Mouret bei seiner nĂ€chtlichen Gartenarbeit.
Madame RastoilFrau des PrÀsidenten
Die Frau des PrÀsidenten. Sie gehört zum legitimistischen Lager und nimmt an den gesellschaftlichen Ereignissen teil.
Herr Péqueur des SaulaiesUnterprÀfekt
Der UnterprĂ€fekt von Plassans, der die bonapartistische (kaiserliche) Obrigkeit vertritt. Er wird von Frau von Condamin ĂŒberredet, dem AbbĂ© öffentlich die Hand zu schĂŒtteln. Er organisiert die Rettungsmaßnahmen beim Brand.
Herr von CondaminForstinspektor
Der Forstinspektor. Ein eitler, geschwĂ€tziger und etwas skandalöser Mann, der als Bindeglied zwischen den verschiedenen Lagern fungiert. Er gibt Faujas die erste EinfĂŒhrung in die Struktur der Stadt und fĂ€llt spĂ€ter ĂŒber Mouret her.
Frau von CondaminSeine einflussreiche Frau
Seine junge, sehr elegante und einflussreiche Frau, die geschickt die FĂ€den in der Gesellschaft zieht. Sie unterstĂŒtzt den AbbĂ© und ĂŒberredet den UnterprĂ€fekten zur öffentlichen Anerkennung.
Herr DelangreBĂŒrgermeister
Der BĂŒrgermeister von Plassans. Ein ehrgeiziger und berechnender Emporkömmling, der sich dem AbbĂ© zuwendet, als dieser an Einfluss gewinnt. Auf Betreiben von Faujas wird er mit 33.000 Stimmen zum Abgeordneten gewĂ€hlt.
Madame DelangreSeine Frau
Die Frau des BĂŒrgermeisters. Sie beteiligt sich am Ausschuss des "Werks der heiligen Jungfrau".
Herr MaffreFriedensrichter
Der Friedensrichter von Plassans. Er gehört zu den Honoratioren, deren Söhne im Jugendklub des AbbĂ©s Mitglied werden. Er wird vom AbbĂ© beeinflusst und verbreitet GerĂŒchte ĂŒber Mouret.
Herr PaloqueRichter
Ein Richter in Plassans. Seine Frau ist die eigentliche treibende Kraft hinter den Intrigen gegen den Abbé. Am Ende erhÀlt er das Kreuz der Ehrenlegion.
Madame PaloqueHĂ€ssliche Klatschbase
Seine Frau, eine hÀssliche und gehÀssige Klatschbase, die hinter jedem Skandal her ist. Sie spinnt Intrigen gegen Faujas, scheitert aber an dessen wachsender Macht und wird von der alten Faujas brutal abgewiesen.
Dr. PorquierAngesehener Arzt
Der angesehene Arzt der feineren Gesellschaft. Sein liederlicher Sohn sorgt fĂŒr einen Skandal, den Faujas geschickt nutzt. Er liefert das Ă€rztliche Gutachten ĂŒber Mourets "lichten Wahnsinn".
Herr von BourdeuEhemaliger PrÀfekt
Ein ehemaliger PrĂ€fekt und Freund der legitimistischen Kreise. Er gehört zur Umgebung der Rastoils und wird von Faujas fĂŒr die Wahlen instrumentalisiert.
AbbĂ© FenilGroßvikar
Der Großvikar und mĂ€chtigste Rivale von AbbĂ© Faujas im Klerus. Er ist der eigentliche Herr im Bistum und versucht, Faujas mit Verleumdungen zu stĂŒrzen, unterliegt jedoch dessen Intrigen. Er rĂ€cht sich, indem er Macquart beauftragt, Mouret aus Tulettes entkommen zu lassen.
Abbé SurinSekretÀr des Bischofs
Der SekretÀr des Bischofs, ein junger, weltgewandter Priester. Er spielt eine Rolle bei der Ballspiel-Partie, die die gesellschaftliche Wende einleitet.
Die weitere Familie Faujas
Olympe Trouchegeb. Faujas
Die Schwester von AbbĂ© Faujas. Sie zieht spĂ€ter mit ihrem Mann in das Haus der Mourets und beginnt sofort, Martha finanziell auszubeuten. Sie erpresst Martha mit angeblichen Schulden des AbbĂ©s und plĂŒndert das Haus systematisch. Sie verbrennt im Hausbrand.
Honore TroucheDer Schwager
Der Schwager von AbbĂ© Faujas. Er wird von der Familie der Mourets als Verwalter fĂŒr das "Werk der heiligen Jungfrau" angestellt, fĂŒhrt aber ein zwielichtiges Leben mit nĂ€chtlichen Kneipenbesuchen. Er verbrennt im Hausbrand.
Weitere Figuren
Wilhelm PorquierSohn des Arztes
Der verschwenderische und liederliche Sohn des Dr. Porquier. Sein Skandal wird von Faujas genutzt, um Vertrauen bei den einflussreichen VÀtern zu gewinnen. Am Ende erhÀlt er eine Stelle als PostsekretÀr.
Severin RastoilSohn des PrÀsidenten
Der wenig begabte Sohn des PrÀsidenten Rastoil. Er gehört zu den jungen MÀnnern, die im Jugendklub des Abbés Mitglied werden. Am Ende erhÀlt er eine Richterstelle.
Lucien DelangreSohn des BĂŒrgermeisters
Der tĂŒchtige Sohn des BĂŒrgermeisters Delangre. Er wird vom AbbĂ© fĂŒr den Jugendklub gewonnen.
Abbé CompanSterbender Pfarrer
Der sterbende Pfarrer von Saint-Saturnin. Er ruft in seiner letzten Stunde nach Faujas, dem einzigen Priester, der ihm in seiner Einsamkeit beigestanden hatte – doch er stirbt, bevor er ihn sprechen kann.
Der Bischof RousselotPrÀlat von Plassans
Ein schwacher, unentschlossener und bequemer PrĂ€lat, der zwischen den Fronten von Faujas und Fenil hin- und hergerissen wird. Er liebt seine Ruhe und seine BĂŒcher und lĂ€sst sich schließlich von Faujas' Andeutungen ĂŒber Pariser Verbindungen einschĂŒchtern. Er reist nach Paris und unterstĂŒtzt Faujas fortan.

No comments:

Post a Comment